Sexualerziehung besteht darin, Kindern und jungen Menschen ihrem Alter gemäß Wissen über körperliche Entwicklung und alle Formen von Sexualität, Lust und Liebe zu vermitteln. Selbstverständlichkeit war dies traditionell keine, weder innerhalb der Familie noch in der Schule. 1989 gelang es erstmals – trotz mancher Widerstände – den Schulen grundlegende sexualpädagogische Informationen zur Verfügung zu stellen. Publiziert wurde ein Medienpaket „Materialien zur Sexualerziehung: Partnerschaft – Liebe mit Verantwortung.“ Seit 1994 ist Sexualerziehung ein Unterrichtsprinzip, das heißt, sie sollte in alle Gegenstände einfließen und interdisziplinär erfolgen. Ob und wie das geschieht, hängt in der Praxis vom Engagement der einzelnen LehrerInnen ab. Laut Selbsteinschätzung ist der Wissensstand Jugendlicher bezüglich Sexualität relativ hoch, das tatsächliche Wissen erfahrungsgemäß jedoch gering. Zu kurz kommt bei der Sexualerziehung fast immer die Auseinandersetzung mit den Unsicherheiten, Ängsten, aber auch Hoffnungen und Bedürfnissen von Jugendlichen.LehrerInnen und Eltern sind für das Thema Sexualität nicht immer die optimalen GesprächspartnerInnen. Besser bewähren sich oft schulexterne SexualpädagogInnen, die im Rahmen von Projektunterricht Sexualität jenseits der Leistungs- und Prüfungslogik thematisieren und es ermöglichen, anonym Fragen zu stellen. Neben solchen Projekten sind Broschüren, Bücher oder Online-Beratungen für Jugendliche ein gutes Angebot, einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem eigenen Körper sowie Achtung und Respekt gegenüber SexualpartnerInnen zu fördern.